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7 Regeln, um im Internet sicher zu bleiben

Erstellt am 08.Oktober 2019, 16:00 Uhr | Kategorie: News

Ransomware, Phishing, Viren: Gefahr lauert im Internet hinter jedem Klick. Mit etwas Strategie und Verstand surft man aber stets sicher. Wir haben sieben Grundregeln zusammengetragen.

Passwort-Tipps vom BSI
Für sichere Passwörter kann man beispielsweise die Anfangbuchstaben von Wörtern eines banalen Merksatzes nehmen. Quelle: BSI

Gefälschte Websites, dubiose E-Mails, vermeintliche Software-Schnäppchen: Die Risiken im Internet sind vielfältig. Daher ist es wichtig, vorzubeugen. Experten erklären die sieben wichtigsten Regeln für mehr private IT-Sicherheit:

1. Starke Passwörter

Sicherheit beginnt beim Passwort. Zwar haben auch andere Zugangssperren wie PIN-Code, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung Fuß gefasst. Laut IT-Experte David Bothe vom Institut für Internet-Sicherheit in Gelsenkirchen stellt ein starkes Passwort Angreifer aber immer noch vor die größten Probleme.

Wenn mindestens acht, besser aber noch mehr Zeichen – darunter Sonderzeichen, Groß- und Kleinschreibung – verwendet werden, werde es für sie sehr schwer, erläutert Bothe. “Dann ist der Aufwand so groß, dass sie es gar nicht erst versuchen.” Wichtig ist, keine leicht zu erratenden Begriffe zu wählen und für jeden Online-Dienst ein neues, individuelles Passwort zu benutzen.

Das Passwort sollte nicht in Wörterbüchern stehen und auch keine Tastaturmuster wie jklö imitieren, rät das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Bei wichtigen Konten sollten Nutzer ihr Passwort in regelmäßigen Abständen ändern. Wer bei der Vielzahl an Zugängen den Überblick zu verlieren droht, richtet sich einen Passwortmanager ein. Das empfiehlt auch das BSI auf seiner Tipps-Seite.

2. Zwei-Faktor-Authentifizierung

Ein gutes Passwort ist schwer zu knacken. Nahezu unmöglich wird der Zugang für Kriminelle, wenn das Passwort durch eine zusätzliche Abfrage bestätigt werden muss. Deshalb rät Bothe, wo immer es geht, zu einer Zwei-Faktor-Authentifizierung. Diese Absicherung bieten immer mehr Dienste an. Dann müssen Verbraucher nach dem Einloggen mit ihrem Passwort einen zusätzlichen Code eingeben, den sie zum Beispiel per SMS oder App bekommen. Das geht schnell – und ist sehr sicher.

Wer eine Zwei-Faktor-Authentifizierung für sein E-Mail-Postfach nutzt, kann bei manchen Anbietern zusätzlich den Zugriff für externe Mail-Programme sperren. Denn die Zwei-Faktor-Authentifizierung sichert nur den Webzugriff zusätzlich ab – über E-Mail-Programme könnten Angreifer sie sonst umgehen.

3. Updates sofort aufspielen

Immer wieder finden Hacker Sicherheitslücken in Betriebssystemen und die Entwickler müssen schnell nachbessern. Per Update werden diese Lücken gestopft. Daher ist es wichtig, diese so schnell wie möglich zu installieren. Windows etwa weist automatisch auf wichtige Updates hin.

“Wenn entsprechende Meldungen erscheinen, sollte nicht gezögert werden”, betont Bothe. Oft seien Sicherheitslücken schon bekannt und werden von Hackern bereits ausgenutzt. Er rät: Schnell herunterladen, installieren und den Rechner im Anschluss neu starten – erst dann werden die Updates wirksam.

4. Antivirus-Software einsetzen

Solche Programme schützen vor Spyware, Trojanern und anderem Ungemach. Es gibt viele kostenlose Anbieter, die sich laut der Fachzeitschrift “c’t" aber kaum unterscheiden und in Tests ähnlich abschneiden. Windows 10 bringt praktischerweise gleich ein eigenes mit. Im Gegensatz zu anderen kostenlosen Antiviren-Programmen nervt der Windows Defender nicht mit Werbung.

Einmal aktiviert, arbeitet er unbemerkt im Hintergrund, überprüft den Rechner auf Bedrohungen und versorgt sich eigenständig mit Updates. Auch eine Firewall ist in dem Tool integriert und lässt sich mit einem Klick aktivieren. Diese schützt den PC vor unerwünschten Zugriffen von außen.

5. Software nur von bekannten Quellen installieren

Ein an sich teures Programm gibt es an anderer Stelle im Internet gratis? Das klingt verlockend, ist aber wohl eine Falle. Hacker verteilen gerne geknackte Gratis-Software, die sie mit Schädlingen wie Ransomware versehen haben. Das Schnäppchen kann also teuer werden, wenn die Ransomware alle Dateien verschlüsselt und ein Lösegeld für die Entschlüsselung verlangt.

David Bothe empfiehlt, von dubiosen Shops und unrealistischen Angeboten die Finger zu lassen. Das gilt für Browser-Erweiterungen ebenso. Diese sollten nur aus den Shops der Betreiber, zum Beispiel von Google oder Mozilla, heruntergeladen werden.

6. Mails und Anhänge genau prüfen

Der beste Virenschutz nützt nichts, wenn man sich Schadsoftware selbst auf das Gerät spielt. Betrüger senden häufig gefälschte Mails, die angeblich von Banken oder Online-Shops stammen. Anhänge enthalten oft Viren oder Links, die auf gefälschte Websites führen, auf denen Nutzer dann persönliche Daten preisgeben sollen.

Die sogenannten “Phishing-Mails verraten sich oft selbst durch die Absender-Adresse, Panikmache und der Aufforderung zum sofortigen Handeln", so Bothe. Sie wollen, dass Betroffene ohne Nachdenken handeln. Ruhe bewahren, genau über den Inhalt sinnieren und die Plausibilität prüfen: Damit wehrt man den Großteil dieser gefälschten Mails ab. Anhänge sollten nie geöffnet werden, wenn man nicht ganz sicher weiß, dass die E-Mail vertrauenswürdig ist.

7. Backup erstellen

Manchmal hilft alle Vorsicht nichts und ein System ist nicht mehr zu retten. In solch einer Situation kann sich glücklich schätzen, wer regelmäßig Backups gemacht hat – also seine Daten gesichert hat. Windows 10 hat eine solche Funktion mit an Bord.

Ein sinnvolles Backup funktioniert laut c’t mit der 3-2-1-Regel: “Jede Datei gibt es dreimal – ein Original und zwei Kopien. Die Kopien sollten auf zwei verschiedenen Systemen liegen, etwa eine in der Cloud, eine auf externer Festplatte oder Stick”. Eine Kopie sollte sich zudem außer Haus befinden, damit bei einem Einbruch oder Brand nicht PC und Sicherung gleichzeitig verloren gehen. Mit dem Backup lässt sich ein defektes System gegebenenfalls wiederherstellen, was einem eine Menge Ärger ersparen kann. (dpa / hcz)