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Zum Amazon-Prime-Day: Greenpeace fordert Verbot von Neuwaren-Vernichtung

Erstellt am 15.Juli 2019, 14:30 Uhr | Kategorie: News

Greenpeace fordert anlässlich des heutigen Amazon-Prime-Day das Ende der massenhaften Neuwaren-Vernichtung bei Online-Händlern: Seit Sonntag-Abend harren die Umweltschützer auf dem Dach eines Hamburger Amazon-Gebäudes aus. Dort haben sie aus Versandkartons den Schriftzug “Für die Tonne” errichtet. Von der Bundesregierung fordern sie ein Ressourcenschutzgesetz.

Berlin (Posteo/GP-PE) – Rund ein Drittel der Online-Retouren gehen in Deutschland nicht zurück in den direkten Verkauf – und werden zum Teil vernichtet. Recherchen von “ZDF Frontal 21” und dem Magazin “Wirtschaftswoche” im Jahr 2018 hatten ergeben, dass an deutschen Amazon-Standorten täglich massenhaft neuwertige, retournierte Waren geschreddert werden.

Laut Greenpeace weigert sich Amazon bislang, konkrete Zahlen zur Vernichtung von Rücksendungen und vernichteter Ware offen zu legen. “Jeden Tag werden bei Amazon tausende neuwertiger Waren zerstört. Das ist ein Skandal”, sagt Viola Wohlgemuth, Expertin für Konsum bei Greenpeace. Sie kritisiert die Wegwerfmentalität der Versandhändler: “In jedem einzelnen sinnlos zerstörten Produkt stecken wertvolle Ressourcen”. Die Kunden hätten ein Anrecht darauf zu erfahren, wie viele der zurückgesendeten Produkte voll funktionstüchtig zerstört werden. Von der Bundesregierung fordert Greenpeace, die klimaschädliche Verschwendung von Ressourcen schnellstmöglich gesetzlich zu stoppen.

Prime Day: Ein schwarzer Tag für die Umwelt

Seit Mitternacht läuft der zweitägige “Amazon Prime Day”, an dem der weltgrößte Onlinehändler seinen “Prime”-Kunden besonders günstige Angebote macht. Im letzten Jahr wurden während des Events rund 100 Millionen Produkte verkauft. Mit den Bestellungen steigen auch die Retouren. Zum Premiumdienst “Prime” gehören neben einem Streaming-Dienst auch Versandvorteile. Er hat alleine in Deutschland rund 17,3 Millionen Abonnenten und erreicht damit knapp die Hälfte aller deutschen Haushalte.

Greenpeace fordert von der Bundesregierung bereits seit längerem ein Ressourcenschutzgesetz: Im Januar hatte die Umweltschutzorganisation dem Bundesumweltministerium eine Petition mit 145.000 Unterschriften überreicht. Die Unterzeichnenden forderten ein Zerstörungsverbot neuwertiger Waren nach dem Vorbild Frankreichs. Supermärkten ist dort bereits seit drei Jahren das Vernichten von Lebensmitteln verboten, nun will Frankreich auch das Vernichten unverkäuflicher Textilien und anderer Konsumgüter per Gesetz verbieten.

In Deutschland berät die Bundesregierung aktuell über eine Novellierung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Aus Sicht von Greenpeace ist das nicht ausreichend: “Lediglich auf Selbstverpflichtungen der Unternehmen zu setzen ist realitätsfremdes Wunschdenken”, sagt Greenpeace Konsum-Expertin Viola Wohlgemuth. Die NGO fordert ein vollständiges Verbot der Vernichtung neuwertiger und/oder voll funktionstüchtiger Konsumgüter, die steuerliche Förderung von Reparaturdienstleistungen sowie Leih- und Sharingsystemen sowie ein Recht auf Reparatur, insbesondere bei Elektronik-Waren.