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Browser-Erweiterung macht Cookies hörbar

Erstellt am 03.Januar 2020, 16:00 Uhr | Kategorie: News

Viele Webseiten speichern Cookies auf den Geräten von Nutzerinnen und Nutzern. Eine neue Browser-Erweiterung wandelt Cookies in Töne um und soll ein Bewusstsein für Tracking schaffen.

Listening Back
“Listening Back” gibt es für Firefox und Chrome. Quelle: Jasmine Guffond

Die Künstlerin Jasmine Guffond hat die Browser-Erweiterung “Listening Back” programmiert, um darauf aufmerksam zu machen, dass im Internet ständig Informationen über die Nutzerinnen und Nutzer gesammelt werden.

Denn selbst, wenn man sich bewusst ist, dass Cookies gespeichert werden: sie bleiben lautlos und geraten manchmal in Vergessenheit. Mit ihrer Erweiterung will Jasmine Guffond aufzeigen, wie viele Cookies tatsächlich auf dem eigenen Computer landen. Jedes Mal, wenn eine Webseite Cookies auf dem Computer ablegt, überschreibt oder löscht, wandelt das Programm die Aktion in Echtzeit in Töne um.

Erweiterung soll Tracking aufzeigen

Die Browser-Erweiterung vertont fast alle Cookies. Allerdings kann die Software mit maximal 43 Cookies gleichzeitig umgehen – manche Webseiten überschreiten diese Obergrenze. Das führt dann bei “Listening Back” zu einem stotternden Ton. In den Einstellungen lässt sich der Klang anpassen. Spezielle Klänge hat Guffond für Cookies von Google, Facebook und Amazon gestaltet. So hört man häufig dieselben Grundtöne, da viele Webseiten etwa Google Analytics einsetzen.

Sicher ist die Browser-Erweiterung nicht für den dauerhaften Einsatz gedacht – die Geräusche werden schnell nervig. Doch Guffond möchte mit dem Projekt darauf aufmerksam machen, dass im Verborgenen ständig Daten gesammelt werden. Häufig, ohne dass Nutzer explizit zustimmen. Die Künstlerin kritisiert zudem, dass diese Art der Überwachung heutzutage als Normalität hingenommen werde. Sie hat sich speziell für Klang entschieden, um einen Kontrast zur visuellen Oberfläche des Internets zu schaffen.

Datensammeln mit Cookies

Cookies sind Dateien, die der Browser beim Aufruf einer Webseite auf den Geräten der Nutzer speichern kann. Webseiten nutzen Cookies beispielsweise, um Anmeldedaten zu speichern. Webseiten-Betreiber können sie aber auch einsetzen, um Anwender zu “tracken”, also Informationen über sie zu sammeln.

Mittels sogenannter “Third Party Cookies” kann das Surf-Verhalten über verschiedene Webseiten hinweg verfolgt werden. Werbefirmen nutzen diese Informationen, um personalisierte Werbung anzuzeigen.

“Listening Back” ist für die Desktop-Versionen des Chrome-Browsers und Firefox verfügbar. Wer die Erweiterung nicht selbst ausprobieren möchte, kann sich Guffonds Vortrag vom 36. Chaos Communication Congress ansehen. Dort wird die Künstlerin von einer ständigen Geräuschkulisse begleitet.

In früheren Projekten hatte Guffond schon die Daten von Gesichtserkennungssoftware in Klänge umgewandelt.

“Third Party Cookies” lassen sich im Browser blockieren – dann wird auch “Listening Back” ruhiger. In Firefox lässt sich die Option unter “Einstellungen → Datenschutz & Sicherheit” aktivieren. Bei Chrome findet sich die entsprechende Option unter “Einstellungen → Erweitert → Datenschutz und Sicherheit → Website-Einstellungen → Cookies”. (js)