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UN: Weltweiter CO2-Ausstoß so hoch wie nie

Erstellt am 27.November 2019, 16:00 Uhr | Kategorie: News

Trotz anhaltender Diskussionen sind die globalen Treibhausgasemissionen im Jahr 2018 auf ein neues Allzeithoch gestiegen. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen ruft die Staaten zu entschiedenem Handeln auf.

Noch nie wurden weltweit so viele Treibhausgase emittiert wie im Jahr 2018: Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 55,3 Gigatonnen Treibhausgase freigesetzt. Das berichtet das Umweltprogramm der Vereinten Nationen in seinem diesjährigen “Emissions Gap Report”. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg um mehr als 2 Prozent. Ein überdurchschnittlich hoher Wert: In den letzten zehn Jahren waren die Emissionen im Durchschnitt noch um etwa 1,5 Prozent pro Jahr gestiegen.

Die UNEP warnt: Werden die globalen Treibhausgasemissionen nicht drastisch reduziert, sind die Klimaziele des Pariser Abkommens nicht mehr erreichbar.

Im Jahr 2015 hatten sich 197 Staaten in Paris darauf verständigt, die Erderwärmung bis zum Jahr 2100 auf möglichst 1,5°C gegenüber den vorindustriellen Werten zu begrenzen.

Länder müssen Klimaschutzpläne verschärfen

Die UNEP prüft fortlaufend, ob die Staaten genug für den Klimaschutz tun – und veröffentlicht einmal im Jahr ihren “Bericht zur Emissionslücke”.
Angesichts der drastischen neuen Zahlen ruft sie die Länder nun dazu auf, ihre Klimaschutzpläne zu verschärfen und umzusetzen:
Hätten die Staaten bereits 2010 ernsthaft damit begonnen zu handeln, würden nun geringere Emissionssenkungen pro Jahr ausreichen. Da dies aber nicht geschehen sei, müssten die Emissionen nun zwischen 2020 und 2030 um mindestens 7,6 Prozent jährlich gesenkt werden. Sonst sei es nicht mehr möglich, die selbst gesetzten Klimaziele noch zu erreichen. Die Temperaturen würden dann bis zum Ende des Jahrhunderts um 3,2°C steigen.

Besonders die G20-Nationen werden in dem Bericht in die Verantwortung genommen. Sie sind zusammen für 78 Prozent aller Treibhausgasemissionen verantwortlich: Über die Hälfte werden alleine von China, den EU-Staaten, Indien und den USA verursacht. Und nur fünf Mitglieder haben sich das Ziel gesetzt, ihre Emissionen langfristig auf Null zu senken.

Sollten die globalen Temperaturen um mehr als 1,5°C steigen, werde dies zerstörerische Auswirkungen zur Folge haben. So würden selbst bei einer Erwärmung um 1,5°C bereits über 70 Prozent aller Korallenriffe sterben – bei 2°C aber ausnahmslose alle.

Kohleausstieg und Elektromobilität

Um die in Paris vereinbarten Ziele noch erreichen zu können, gibt der Bericht Empfehlungen. Mindestens 1,6 Billionen US-Dollar sollen pro Jahr in erneuerbare Energien und effiziente Energiesysteme investiert werden. Auch müssten mehr erneuerbare Energien für die Stromerzeugung genutzt werden. Bis 2050 soll ihr Anteil 85 Prozent betragen. Die UNEP fordert darüber hinaus den Kohleausstieg und alternative Antriebe mit einem Fokus auf Elektromobilität. Energieintensive Industrien dürften nicht mehr auf Kohlenstoffe setzen.

Positiv bewertet die UNEP, dass technische Lösungen für mehr Klimaschutz inzwischen vermehrt zu günstigeren Preisen verfügbar sind. Solarsysteme seien beispielsweise so günstig wie nie zuvor – sie könnten helfen, neue Kohlekraftwerke überflüssig zu machen oder bestehende stillzulegen. (js)